„Sie wünschen, wir schleudern“ – die Erfolgsgeschichte der ROTOP®-Stütze

Im Werk der MABA im oberösterreichischen Micheldorf sind die „Schleudermeister“ daheim: Seit 1932 werden hier Betonmastfüße aus Schleuderbeton produziert. Heute wie damals werden mit dem umfangreichen Produktportfolio aus Schleuderbeton neue Maßstäbe hinsichtlich der Tragfähigkeit und den damit verbundenen Möglichkeiten in der Planung und im Bau gesetzt – die Entstehung  der ROTOP®-Stütze basiert auf diesen jahrzehntelangen Erfahrungen im Schleuderbeton.

Schleuderbeton ist eine spezielle Betonverdichtungsmethode, mit der eine sehr kompakte Betonstruktur erreicht wird. Der Beton wird im Verfahren durch die Zentrifugalkräfte nach außen an die Schalungswand gedrückt und dabei alle Luftporen in den inneren Hohlraum gedrängt.  Damit ist es möglich, sehr viel Stahlbewehrung im Querschnitt gesichert mit Beton zu umschließen. Diese Eigenschaft macht man sich bei der ROTOP®-Stütze zu Nutze.  Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Stahlbetonstützen ist die Tragfähigkeit, die bei ROTOP®-Schleuderbetonstützen  um ein Vielfaches höher ist und Planern, Architekten und Bauherren im wahrsten Sinne des Wortes in ganz neue Höhen verhilft. Das Schleuderbetonverfahren wird am Standort Micheldorf seit beinahe 100 Jahren angewandt, 1932 erwarb man nämlich das Patent zur „Alleinerzeugung von Mastfüßen aus Schleuderbeton“ für Österreich. Ausgehend von diesem Meilenstein entwickelte sich die Kompetenz der „Schleudermeister“ immer weiter und bald schon wurden hochverdichtete Masten in Längen von bis zu 18 Metern produziert. 1972 wurde das Werk erweitert und auf modernsten Stand gebracht, auch an der Schleuderbetontechnik wurde immer weiter gefeilt. 

Von Schleuderbetonmastfüßen zur ROTOP® Stütze 
Zurück ins Jahr 2001 – im Frühjahr startete man mit dem Entwicklungsprojekt „Hochtragfähige Schleuderbetonstütze“. Dahinter stand die Idee, die spezifischen Vorteile des Schleuderbetons – hohe Verdichtungsenergie, gesicherte gleichbleibende Qualität durch serielle Herstellung, hohe Qualität der Oberfläche – für die Steigerung der Leistungsfähigkeit zu nutzen. Die Stützen sollten eine wesentlich höhere Tragfähigkeit und Qualität als Ortsbetonstützen aufweisen und gleichzeitig zu wesentlich geringeren Kosten als Verbundstützen hergestellt werden. Drei Jahre lang wurde hier geforscht und entwickelt, was das Zeug hielt – nach folgenden, vorab definierten Zielen: 

  • Erhöhung der Tragfähigkeit gegenüber der Ortbetonstütze um zumindest 50 % 
  • Brandwiderstandsklasse mindestens R90
  • Nachweis der Tragfähigkeit und Brandbeständigkeit bei gleichbleibender Betondeckung 
  • Erarbeitung eines Regelwerks für Stützen aus Schleuderbeton, ÜA-Kennzeichnung 

Da diese Zielsetzungen nur durch mehr oder weniger ausgeprägtes Abweichen von den beiden damals gültigen ÖNORMen B 4700 sowie B 3800-4 und den darin festgelegten Grenzwerten zu erreichen waren, konnte die Nachweisführung nur mittels „Nachweis durch Versuche“ erfolgen. Die Entwicklungsabteilung machte sich ans Werk und hob zunächst die Betonfestigkeit von C50/60  auf C70/85 an, anschließend legte man den maximal möglichen Bewehrungsgrad auf 20 % fest. Fünf Versuchsserien mit 38 zerstörenden 1:1 Bauteilversuchen wurden am Institut für Stahlbeton- und Massivbau der Technischen Universität Wien durchgeführt, wobei die Möglichkeiten der Versuchsanlage bis aufs Äußerste ausgereizt wurden. Das Ergebnis? Die Traglast der Versuchsstützen lag immer über den vorab berechneten Werten, meistens sogar deutlich darüber. 

Im zweiten Schritt ging es darum, den Brandwiderstand zu belegen. Umfangreiche Branduntersuchungen wurden am Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung (IBS) in Linz durchgeführt, wo die Versuchsstützen größten Belastungen ausgesetzt wurden. Während der gesamten Versuchsdauer (bis zu 180 Minuten) konnten bei keiner der Versuchsstützen akustische Erscheinungen (Abplatzen der Betondeckung) oder Verformungserscheinungen festgestellt werden. Selbst direkt nach den Versuchen im noch heißen Zustand konnten nur geringfügige Schädigungen festgestellt werden – die Zusammensetzung des Betons und insbesondere die gewählte Menge an Polypropylenfasern erwies sich damit als optimal geeignet. Die vorab definierte und angestrebte Brandwiderstandsklasse R90 wurde in den meisten Fällen sogar erheblich übertroffen. 

Eine Erfolgsgeschichte nimmt ihren Anfang 
Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit wurden alle vorab definierten Ziele erreicht und zum größten Teil sogar erheblich übertroffen – das Projekt ROTOP®-Stütze konnte dementsprechend als technisch erfolgreich bezeichnet werden. Damit nimmt die Erfolgsgeschichte rund um die Schleuderbetonstützen aus dem Hause MABA endgültig ihren Anfang. Inzwischen – fast 20 Jahre später – sind die ROTOP®-Stützen ein längst bestens etabliertes Produkt, das bei vielen Projekten in ganz Österreich zum Einsatz kam bzw. aktuell zum Einsatz kommt. Architekten und Planer setzten zum Beispiel beim Bau der „Danube Flats“, dem „DC3 Tower“, dem „Marina Tower“ oder dem „Triiiple“ auf die leistungsfähigen Stützen aus Schleuderbeton. Eines ist angesichts dessen sicher: Die Erfolgsgeschichte der ROTOP®-Stütze ist noch lange nicht zu Ende.

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