Fürstenfelder Schnellstraße: Großprojekt am Puls der Zeit – Straße Magazin

Aktuell entsteht mit der Fürstenfelder Schnellstraße S7 eine Verbindung der beiden Großräume Graz und Budapest. Bei der sich seit Ende 2017 im Bau befindlichen Straße handelt es sich um eine der größten Infrastrukturbaustellen der Steiermark – und viele Lösungen für die neue Verbindung zwischen Österreich und Ungarn sind „made by Kirchdorfer Concrete Solutions“. 

Es ist eines der größten Infrastrukturbauprojekte der letzten Jahre: Die Errichtung der Fürstenfelder Schnellstraße S7. Nach mehr als zwei Jahrzehnten „Hin und Her“ war es im Dezember 2017 endlich so weit und die ersten Bagger konnten an ihrem Einsatzort auffahren. Laut ASFiNAG wurden für das Projekt rund 857 Millionen Euro in die Hand genommen, um eine schnelle und zeitgemäße Verbindung von der Oststeiermark über das Südburgenland bis an die ungarische Grenze zu ermöglichen. Die rund 28,4 Kilometer lange Strecke umfährt die Ortschaften Großwilfersdorf, Fürstenfeld, Rudersdorf, Dobersdorf, Eltendorf und Heiligenkreuz, bevor sie in die 2021 eröffnete ungarische Schnellstraße M 80 mündet. 

Neben der Entlastung der Anrainer, der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Minimierung des Durchzugsverkehrs durch zahlreiche Ortschaften sorgt die Anbindung der Schnellstraße auch für einen wirtschaftlichen Aufschwung und die Ansiedelung neuer Betriebe in den umliegenden Regionen. Ein stolzer Teil der Gesamtkosten wurde in ökologische Ausgleichsmaßnahmen investiert, um die Eingriffe in die Natur durch entsprechende Gegenmaßnahmen möglichst zu minimieren. So wurden rund 470 Hektar an Wäldern, Wiesen und Sümpfen geschaffen, in denen Vögel, Amphibien und andere Tiere eine neue Heimat finden – laut einer ASFiNAG-Pressemitteilung wurden auf dem Areal bis dato zum Beispiel 129 Vogelarten gesichtet, darunter zahlreiche seltene Exemplare wie die Fluss-Seeschwalbe, der Bienenfresser, der Kiebitz und sogar das österreichische Wappentier – der Seeadler. 

Fürstenfelder Schnellstraße setzt auf MABA-Know-how
Die S7-Schnellstraße gliedert sich in zwei Abschnitte: den Abschnitt West (Riedersdorf–Dobersdorf) und den Abschnitt Ost (Dobersdorf–Heiligenkreuz). Und da wäre auch schon unser Stichwort – der 14,8 Kilometer lange Abschnitt West, für den die MABA Fertigteilindustrie GmbH zahlreiche Lösungen und Sonderanfertigungen geliefert hat. So stammt ein Großteil der Fahrzeugrückhaltesysteme aus den Kirchdorfer-Concrete-Solutions-Werken – darunter etwa 8.000 Laufmeter des Deltabloc® 100 zur Mittelabsicherung mit der Aufhaltestufe H3 sowie rund 8.000 Laufmeter des Deltabloc® 80 zur Randabsicherung mit der Aufhaltestufe H2. 

Einige Streckenabschnitte der neuen Schnellstraße wurden auch mit Schlitzrinnen der MABA Fertigteilindustrie GmbH ausgestattet – so zum Beispiel im Bereich der Wanne Rudersdorf und der Unterflurtrasse Speltenbach. Die nach EN 1433 zertifizierten Schlitzrinnen gewährleisten nicht nur eine hoch performende Entwässerung mit über 100 Litern pro Sekunde, sondern werden auch mit integrierter Bordsteingeometrie geliefert, die zugleich den Fahrbahnabschluss bildet. Die gelieferten Schlitzrinnen mit einem Innendurchmesser von 34 Zentimetern wurden in sechs verschiedenen Typen ausgeführt. Damit ist sichergestellt, dass auf alle Anforderungen im jeweiligen Streckenabschnitt eingegangen werden kann und auch Pannenbuchten, Nischen, Überfahrten und Querneigungswechsel einfach umgesetzt werden können. Aufgrund der Elementlänge von 3 Metern ist auch eine effiziente und rasche Verlegeleistung garantiert. Die notwendige Dichtung der einzelnen Elemente wird mittels einer Nut-Feder-Verbindung sowie einer aufgesteckten Keilgleitdichtung bewerkstelligt. Tauchwandschächte und Düker komplettieren die Produktpalette und sorgen für einen optimalen Zugang bei Reinigungs-und Wartungsarbeiten. Zwischen Schlitzrinne und Ulme wurden notwendige Verkabelungen und Löschwasserleitungen verlegt, den oberen Lückenschluss zwischen Schlitzrinne und Ulme bilden sogenannte Abdeckplatten. Diese haben eine Systemlänge von einem Meter und werden an die jeweils erforderliche Breite angepasst und gleich entsprechend in den MABA-Werken produziert. In Summe wurden für die Großbaustelle S7 rund 6.000 Stück Schlitzrinnen mit 34 Zentimeter Durchmesser sowie rund 18.000 Stück passende Abdeckplatten geliefert. Der Einbau der Rinnen erfolgte mit fortschreitendem Baufortschritt über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren. 

Sonderanfertigungen? Kein Problem für die MABA
Wer selbst mit dem Thema Straßenplanung und Straßenbau zu tun hat, der wird höchstwahrscheinlich wissen: Man hat immer mit einigen Herausforderungen zu kämpfen, die oft nur mithilfe von Spezialanfertigungen bewältigt werden können. Hier kommt dann wieder das Know-how der MABA ins Spiel – so auch bei der Fürstenfelder Schnellstraße S7, wo die drei Anschlussstellen sowie die unterschiedlichsten Anforderungen der Straßenplanung im Streckenverlauf Sonderanfertigungen notwendig machten. Insgesamt vier Spezialanfertigungen wurden von den klugen Köpfen der MABA geplant und umgesetzt – immer mit dem Ziel, die optimale Sicherheit der künftigen Verkehrsteilnehmer auf der neuen Straße gewährleisten zu können. 

Ein besonderes Stück „Ingenieurskunst“ stellt die Entwicklung einer Stahl-Sonderkonstruktion für eine kontinuierliche Höhenanpassung an die Rauchgastrennwand dar. Dieser Stahlträger ist einerseits an unserem Lichtmastelement und andererseits direkt mit der Rauchgastrennwand verbunden. Das sorgt dafür, dass im Falle eines Anpralls ein Schwerfahrzeug wieder zurück auf die Fahrbahn geleitet und eine direkte Kollision der Fahrerkabine mit der Trennwand vermieden wird. Da die Betonleitwände in diesem Bereich jedoch auf Abdeckplatten stehen, war es eine besondere Herausforderung, eine passende und vor allem sichere Konstruktion zu entwickeln, die im Ernstfall Schlimmeres verhindern kann. Zusätzlich dazu kamen auch noch Sonderfertigteile zur Überwindung eines Höhensprungs von 14 Zentimetern auf nur 2 Meter Länge, ein spezielles Element mit Haltegriffen und Übersteighilfe für Einsatzkräfte sowie ein spezielles Abschlusselement mit Endverankerungsmöglichkeit zum Einsatz. Solche Sonderanfertigungen gilt es natürlich nicht nur zu produzieren, sondern zunächst einmal zu entwickeln – und das funktioniert nur gemeinsam mit allen Projektbeteiligten, die in enger Abstimmung mit in den Prozess eingebunden wurden. So konnte am Ende für alle Stakeholder zufriedenstellende Sonderlösungen unsere MABA-Werke verlassen. 

Bis die gesamte Fürstenfelder Schnellstraße befahrbar sein wird, wird noch ein wenig Zeit vergehen – ab Sommer 2025 sollen die Verkehrsteilnehmer dann mit 130 km/h bzw. 100 km/h über die neue Entlastungsstraße sicher bis an die Grenze zu Ungarn reisen können. 

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