Auf der Großbaustelle Cargo Center Graz – Tiefbau Magazin

Entlang der A9 Pyhrnautobahn südlich von Graz liegt das Cargo Center Graz, einer der wichtigsten Verkehrs- und Dienstleistungsknotenpunkte im Herzen Europas. Bis 2025 wächst der international bedeutende Logistik-Hotspot nun weiter – ein Besuch auf der Großbaustelle.

Es ist eine der größten Verkehrs- und Logistikdrehscheiben südlich der Alpen: das Cargo Center Graz, das seit 2003 an seinem Standort existiert und nun seit Ende 2022 ausgebaut wird. Der Grund für den Ausbau? Die bevorstehende Fertigstellung der Koralmbahn, mit der wachsende Kapazitätsanforderungen im Logistik-Bereich einhergehen. Das Cargo Center ist ideal gelegen und wird in den nächsten Jahren eine noch relevantere Schnittstelle zwischen Schienengüterverkehr und Straßengüterverkehr im Warentransport – schließlich ist das Güterterminal auch direkt an den Baltisch-Adriatischen Korridor angeschlossen. Damit wird es künftig auch leichter, auf umweltfreundliche Transportmöglichkeiten wie die Bahn zurückzugreifen. Für den Wirtschaftsstandort bedeutet der Ausbau: mehr Arbeitsplätze, die Stärkung der Region und die Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit am internationalen Markt. Der Ausbau umfasst konkret die Investition in einen dritten Portalkran für die bereits bestehende Anlage, die Erweiterung der Werkstätten vor Ort, die Erweiterung der Anlage durch vier zusätzliche Terminalgleise mit zwei dazugehörenden Portalkränen und weiteren Container- und Betriebsflächen. Was ohnehin schon nach großem baulichen Aufwand klingt, wird noch ergänzt von allerlei „unsichtbaren“ Einrichtungen, die unter der Erde liegen, wie zum Beispiel Verkehrsflächensicherungsschächte. 

 

Los geht’s „unter der Erde“
Es ist Mittwochmorgen, kurz vor halb acht. Am weitläufigen Gelände des Cargo Centers Graz herrscht bereits rege Betriebsamkeit: Ein Lkw nach dem anderen braust zu seinem Bestimmungsort, zahlreiche Bauunternehmen sind bereits an ihren jeweiligen Einsatzorten und sorgen dafür, dass der Logistik-Hub im Süden Österreichs weiter ausgebaut wird. Mittendrin: ein riesiger Kran, der in die Luft ragt und von Weitem zu sehen ist. Und genau da wird es spannend – wir werfen einen Blick hinter die Kulissen und erleben „live“, wie Verkehrsflächensicherungsschächte auf einer Baustelle versetzt werden, welche logistischen und planerischen Herausforderungen damit zusammenhängen und wieso TIBA AUSTRIA und die Firma Porr seit Langem im Tiefbau-Bereich zusammenarbeiten.

Nahe der Autobahn hat sich Porr vorübergehend in einer Containerlandschaft inmitten der Großbaustelle eingerichtet, dort treffen wir Ing. Michael Metz, den zuständigen Projektleiter, und den Bauleiter Ing. Christian Kirchsteiger. Beide arbeiten seit Jahren gemeinsam mit einem Team bei Porr (Niederlassung Feldbach) und sind seit Anfang Dezember 2022 hier vor Ort. „Wir errichten hier für die Güterterminal Werndorf Projekt GmbH die Anschlussbahn Nord und im Zuge dessen schaffen wir auch Platz für 10.000 Container“, erklärt Michael Metz, der seit 41 Jahren im Siedlungswasserbau tätig ist und seit dem Jahr 2014 regelmäßig die Leitung für Baustellen dieser Größenordnung übernimmt. Für ihn ist es das letzte Projekt, bevor er Ende des Jahres seinen wohlverdienten Ruhestand antreten wird. Seine rechte Hand ist Christian Kirchsteiger, der schon seit mehr als 20 Jahren als Bauleiter für die verschiedensten Projekte im Einsatz ist. „Heute werden hier vier Verkehrsflächensicherungsschächte der TIBA AUSTRIA versetzt. Das erfordert absolute Genauigkeit und vor allem Pünktlichkeit“, so Christian Kirchsteiger.

Von Herausforderungen und guter Zusammenarbeit
„Wir befinden uns hier in einem Grundwasserschongebiet, das heißt, es darf absolut kein verunreinigtes Abwasser in den Boden und damit ins Grundwasser gelangen“, so Metz. Genau aus diesem Grund kommen die PETRO CLEAN Verkehrsflächensicherungsschächte von TIBA AUSTRIA zum Einsatz. „Für unser Unternehmen sind die Arbeitsabläufe beim Einbau eines solchen Schachts grundsätzlich Standard, schließlich ist es unser tägliches Brot. In diesem Fall ist die Vorgehensweise aber doch eine gewisse Herausforderung, denn es gilt, drei Unternehmen auf die Minute genau einzutakten“, erklärt Metz. Kirchsteiger ergänzt: „Vorab mussten wir die Baugrube fertigstellen, den Platz für den großen Autokran vorbereiten und alle involvierten Personen genau informieren, sodass jeder genau weiß, wann heute was passiert.“ Ein Organisationsaufwand, der nicht zu unterschätzen ist. Pünktlich um sieben Uhr kam bereits der Autokran angefahren und wurde an der genau richtigen Stelle vor der großen Baugrube platziert. Ab halb acht trudeln dann die „Schachtlieferungen“ im Stundentakt ein: „Wenn jetzt gleich die erste Schachtlieferung von TIBA AUSTRIA kommt, ist alles bereit für die Versetzung, schließlich müssen wir einen raschen Arbeitsfortschritt sicherstellen und unseren Zeitplan einhalten.“, so Metz. Mit vor Ort dabei seit in der Früh sind auch Johann Lienhart von TIBA AUSTRIA, der die Versetzarbeiten zusätzlich zum Projektleiter und Bauleiter überwacht, sowie Norbert Schuster, der Geschäftsführer von TIBA AUSTRIA. Beide kennen die zwei Porr-Mitarbeiter schon seit Jahren. Der TIBA AUSTRIA Geschäftsführer lobt vor allem die jahrelange Kooperation: „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Porr so gut funktioniert, und besonders mit dem Team rund um Michael Metz“, so Schuster. Durch die lange Zusammenarbeit entstehen nicht nur gute Beziehungen im Arbeitsalltag, sondern man versteht sich auch privat gut. So kennen sich Johann Lienhart und Michael Metz schon aus den Zeiten, als es die TIBA AUSTRIA noch gar nicht gegeben hat. Dementsprechend gut versteht man sich und dementsprechend freundlich ist auch der Umgang miteinander. Es ist mehr so, als würden gute Bekannte aufeinandertreffen, denn die Gespräche drehen sich neben der aktuellen Baustelle auch um die Zeit bei der Firma Frühwald, die Pläne des Projektleiters für die bevorstehende Pension und vieles mehr. „Wir schätzen vor allem die Verlässlichkeit, die Pünktlichkeit und auch die persönliche Betreuung, die bei der TIBA AUSTRIA selbstverständlich sind. Es ist ein Partner, von dem wir es gewohnt sind, immer höchste Qualitätsprodukte zu erhalten“, ergänzt der Projektleiter bei Porr.   

Dann braust auch schon der erste Lkw heran. Er ist beladen mit dem ersten Verkehrsflächensicherungsschacht, einem Betonschacht von riesigem Ausmaß. Ist der Lkw erst einmal an Ort und Stelle, ist der große Auftritt des Autokrans gekommen. Der Kranführer hebt nun den Verkehrsflächensicherungsschacht vom Transporter und platziert ihn mit höchster Präzision in die vorbereitete Grube, während drei weitere Arbeiter schon dort warten, denn als Nächstes kommt die Abdeckplatte. Auch hier ist wieder genauestes Augenmaß vom Kranführer gefragt, der angeleitet von den drei Arbeitern die Platte gekonnt auf den monolithischen Betonbehälter setzt. Dann geht alles ganz schnell: Ein spezieller Kleber wird auf der Fuge angebracht, der den Verkehrsflächensicherungsschacht abdichtet. Die Bauarbeiter stehen dabei gesichert auf Leitern, denn der Schacht hat eine Höhe von 2,50 Metern, sodass der Spezialkleber nur mit Hilfsmitteln angebracht werden kann. Als Beobachter fällt uns auf: Alles geht wahnsinnig schnell. „Es ist grundsätzlich Routinearbeit und unser Team arbeitet seit Jahren zusammen. Jeder kennt seine Handgriffe, einfach weil wir ein sehr eingespieltes Team sind. Hier weiß jeder, dass er sich auf den anderen verlassen kann“, so Metz. Und jetzt? Jetzt ist es an der Zeit für eine kleine Pause, denn der nächste Schacht trudelt erst in einer Stunde auf der Baustelle ein. Dann geht der ganze Prozess wieder von vorne los. Insgesamt sind es vier Verkehrsflächensicherungsschächte, die heute hier eingebaut werden – bis etwa halb zwölf sind alle Abscheideanlagen der TIBA AUSTRIA am Cargo Center an Ort und Stelle und verschwinden anschließend unter der Erde.

Nutzen Sie neben dem direkten Download auch die erweiterten Funktionen im User-Bereich.