Kirchdorfer & ÖBB: Neues Leben für alte Masten

Für die neue, “grüne” Oberleitung der Traisentalbahn werden 50 Jahre alte Betonmasten recycelt und CO2 eingespart.

Made by MABA Fertigteilindustrie: Im Zuge der Modernisierung der Traisentalbahn werden bis zu 1.200 Oberleitungsmaste aus Stahlbeton mit 30% recycelter Gesteinskörnung eingesetzt. © ÖBB Darrer

Wöllersdorf, 28.04.2025 – Im Zuge der Modernisierung der Traisentalbahn kommen bis zu 1.200 Oberleitungsmaste aus Stahlbeton mit 30% recycelter Gesteinskörnung zum Einsatz. So enthält jeder neue Mast über eine Tonne Recyclingmaterial. Das aufbereitete Material, das nun wiederverwendet wird, stammt von alten, ausrangierten Betonmasten der ÖBB aus der Region Wiener Neustadt. Produziert werden diese bei der MABA Fertigteilindustrie GmbH in Wöllersdorf, einer Tochter der Kirchdorfer Gruppe.

Hand in Hand: Kreislaufwirtschaft & Elektrifizierung

Entwickelt hat das Verfahren die Kirchdorfer Gruppe: In der Betonrezeptur für Fahrleitungsmaste werden etwa 30% der natürlichen Gesteinskörnungen durch rezyklierte Gesteinskörnungen ersetzt. Durch den Einsatz von Recyclingmaterialien werden so wertvolle Primärrohstoffe eingespart.

Mag. Michael Wardian, CEO der Kirchdorfer Gruppe, erklärt: „Unsere Produkte stehen für einen bewussten und effizienten Einsatz von Materialien, sie vereinen Nachhaltigkeit mit technischer Exzellenz. Durch den Fokus auf Kreislaufwirtschaft reduzieren wir den Bedarf an Primärrohstoffen und leisten als Partner der ÖBB einen Beitrag zur umweltfreundlichen Bahninfrastruktur.

Die hohe Belastbarkeit der Masten wurde in umfangreichen Tests bestätigt. Bei einem Mastbiegeversuch wurde die Mastspitze um 140 cm gezogen, bis die Belastungsgrenze erreicht war. Dieser Wert liegt deutlich über den Anforderungen der ÖBB. Das Monitoring der Masten erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren.

Ein Leuchtturmprojekt für die Mobilitätswende

DI Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, betont: „Unser Ziel ist es, die Bahn als attraktives, modernes und umweltfreundliches Verkehrsmittel weiter zu stärken und für die Zukunft zu rüsten. Mit diesem Pilotprojekt erhält unser altes Baumaterial wieder neues Leben und wird in den Kreislauf der neuen Bahn zurückgeführt. Damit machen wir eines klar: Klimaschutz ist für uns nicht nur ein Wort, wir leben ihn.“

Die neuen, “grünen” Masten sind Teil einer umfangreichen Modernisierung: Durch die Elektrifizierung der Strecke können künftig umweltfreundliche, elektrische Zuggarnituren mit 100% grünem Bahnstrom im Traisental auf der Schiene unterwegs sein, anstatt der bisherigen dieselbetriebenen Personenverkehrszügen. Das spart nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern reduziert auch Schallemissionen. Win-Win für Region und Umwelt.

Die Modernisierung der Traisentailbahn umfasst neben der Elektrifizierung auch den barrierefreien Ausbau und die Modernisierung von Bahnhöfen bzw. Haltestellen.

DI Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, und Michael Wardian, Geschäftsführer der Kirchdorfer Gruppe © ÖBB Darrer

Neue grüne Masten: Startschuss für klimafreundlichen Bahnverkehr im Traisental. © ÖBB Darrer

Fakten

Kerninnovation – Pilotprojekt: Bis zu 1.200 Oberleitungsmaste
– 30 % rezyklierte Gesteinskörnung im Stahlbeton, made by Kirchdorfer Gruppe
Kreislaufwirtschaft – Recyclingmaterial aus 50 Jahre alten ÖBB-Betonmasten
– Region Wiener Neustadt
– Über 1 Tonne Recyclingmaterial pro Mast
Nachhaltigkeit – Einsparung von Primärrohstoffen
– Betrieb mit 100 % grünem Bahnstrom nach Elektrifizierung
Produktion – MABA Fertigteilindustrie, Wöllersdorf
– Just-in-time-Fertigung ohne Lagerhaltung
Werkseigener Gleisanschluss – Direkter Gleisanschluss ab Werk
– Abtransport der Masten per Bahn
– Reduktion von CO2-Emissionen beim Transport
Qualitätsnachweis – Belastungstest: Mastspitze um 140 cm gezogen (über ÖBB-Anforderungen)
– Laufende Beton-Konsistenzprüfung (Ausbreitmaß)
– Drei Jahre Monitoring im Betrieb
Technische Daten – Länge: 9,85–20,40 m (kurz & lang)
– Gewicht: 1,4–11,4 Tonnen
– Produktion: 12–20 Masten/Tag
– Lieferung: 30–40 Stück/Zug
Herausforderungen – Erhöhter Bewehrungsanteil
– Präziser Einbau
– Eingespieltes, erfahrenes Team für Bewehrung und Betonage
Projektumfang – Modernisierung 2025–2027
– Durchgängiger Taktfahrplan St. Pölten–Hainfeld/Schrambach nach Abschluss

Hochauflösendes Bildmaterial: Bildnachweis: Abdruck honorarfrei bei Nennung © ÖBB Darrer

Pressekontakt: Mag. Sandra Ehrenhöfer, Pressereferentin: pressesprecher@kirchdorfer.eu

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